Veranstaltungsformat: Online

Teilnehmende Mitglieder des Bundestages:

Prof. Dr. Patrick Sensburg (CDU); Dirk Wiese (SPD); Hans-Jürgen Thies (CDU); Carl-Julius Cronenberg (FDP); Wolfgang Hellmich (SPD)

Beginn: 14:00 Uhr

Begrüßung und Vorstellung der teilnehmenden Mitglieder des Bundestages sowie

des Diskussions-Themas „Energiewende und Klimaschutz“

Thomas Frye, IHK Arnsberg

Hemmnisse der Energiewende aus Sicht der regionalen Wirtschaft:
Impulsvorträge von Unternehmensvertreter/innen

Politische Statements und Diskussion

unter Moderation durch Ewald Prünte

Fazit

Thomas Frye, IHK Arnsberg

Moderation:  Ewald Prünte, Prünte & Kollegen

Ende: circa 16:00 Uhr

Zusammenfassung:

Die südwestfälische Industrie steht beim Klimaschutz im konstruktiven Dialog mit der Politik.  Bei einem virtuellen Austausch über die in der Betriebspraxis auftauchenden Hemmnisse. Die dort anwesenden Mitglieder sind bereits seit langem in regem Austausch mit unseren anwesenden Abgeordneten und berichten von einem direkten Draht zueinander. Dieser Meinung war auch Jörg Minnerup, Leiter Strategie Lichttechnik bei der Trilux, und fügte hinzu, dass er sich stärkere regulatorische Rahmenbedingungen für die Installation von energieeffizienten Leuchtmitteln in Neu- und Altbauten wünschen würde. Beim Thema Beleuchtung sind noch einige Potenziale bei der Energieeinsparung vorhanden, die die Trilux gerne mit seinen Produkten heben würde. „Es ist ein Unding, wenn ein Bauherr in heutigen Zeiten zwar in der Anschaffung günstigere, aber über die Lebensdauer und für den Klimaschutz teurere Leuchtstoffröhren einbauen darf“, unterstrich Minnerup. Der Staat könnte dort eingreifen und Energieeffizienzstandards setzen, die einzuhalten sind.

„Eine globalisierte Welt braucht eine globalisierte Klimaschutzpolitik“, sind sich Matthias Klauke, Leiter Finanzen und Controlling der Firma M.Busch, und Dr. Volker Schulte, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Firma Olsberg, sicher. Dem Klimaschutz sei ein Bärendienst erwiesen, wenn man die heimischen Schwerindustrien mit überfordernden Regelungen zerstöre, nur um festzustellen, dass das gleiche Produkt nun von einem Werk in China zu deutlich klimaschädlicheren Bedingungen hergestellt wird. Klimaschutz kenne keine Grenzen und brauche eine austarierte Carbon Leakage Verordnung sowie wettbewerbsfähige Stromkosten im internationalen Vergleich. Die EEG-Umlage müsste aus Steuermitteln finanziert werden, um die Akzeptanz des Energieträgers Strom zu stärken. Die Kupolöfen der beiden Firmen ließen sich zwar durch elektrische Öfen ersetzen, diese seien aber bei den aktuellen Strompreisen weder wirtschaftlich umsetzbar noch beim aktuellen deutschen Strommix klimapolitisch sinnvoll. Daher fordern sie auch einen Ausbau der erneuerbaren Energien und eine stärkere Sektorenkopplung.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien ist Christian Schlösser, Geschäftsführer der EVK und Betreiber mehrerer Windkraftanlagen in Südwestfalen, sehr engagiert. Er berichtet von problematischen Verhältnissen bei der Errichtung von Windenergieanlagen. Wenn eine Anlage von einer Behörde genehmigt und eine Prüfung laut Planfeststellungsverfahren korrekt durchgeführt worden ist, dürfe es weder Zweifel über die Betriebsfähigkeit noch Klagemöglichkeiten geben. „Wenn die Realisierung einer Windenergieanlage mehrere Jahrzehnte dauert und nach Inbetriebnahme immer noch eine Klagemöglichkeit besteht, sei das ein unkalkulierbares Risiko für jeden Betreiber, der den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv behindert“, sagt Christian Schlösser. Er fordert daher mehr Rechtssicherheit und Akzeptanz für Windenergieanlagen, damit Firmen wie Olsberg und M.Busch in Zukunft mit klimaneutralem Strom versorgt werden können.

Dr. Christian Dresel, Geschäftsführer der Condensator Dominit GmbH, nimmt den Staat in die Pflicht und fordert, dass beispielsweise jede staatliche Schule eine PV-Anlage auf ihr Dach bekommt. Dort seien noch enorme Potenziale, die weitestgehend unerschlossen seien, so Dr. Dresel. Als Vision für eine gelungene Energiewende sieht er die Schaffung von tausenden von Arbeitsplätzen und einer massiven Wertschöpfung bei den erneuerbaren Energien. „Wenn man in Zukunft keine fossilen Energieträger in Milliardenhöhe importieren müsste“, würden wir uns nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch in der Welt unabhängig machen, glaubt er. Die Energiewende könne noch interessante Win-Win-Potenziale bereithalten. Die ersten Schritte seien zwar schon gemacht, betont Dr. Dresel, auf dem Weg zu einer vollständig vollzogenen Energiewende seien noch weitere Anstrengungen nötig.

Die Herausforderungen liegen auf dem Tisch und sind in konstruktiver Weise diskutiert worden. Natürlich wissen auch die beteiligten Firmen, dass Politik ein Austarieren von Interessen ist und Forderungen selten eins zu eins umgesetzt werden können. Daher wird der Dialog fortgesetzt, um den Wohlstand, wirtschaftliche Perspektiven und Arbeitsplätze, sowie die Umwelt und das Klima zu stärken. In dieser Form wird Klimaschutz „Made in Germany“ auch in der Welt zum Exportschlager.

10.05.2021


Serge Esterlein
M.Sc.
Tel: 02931 878-209
Fax: 02931 878-285
E-Mail
Kontaktdaten herunterladen