Kick-Off-Veranstaltung City Lab Südwestfalen am 13.12.2019
Foto: Becker/IHK

Die IHK Arnsberg wird in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit der SIHK zu Hagen, der Fachhochschule Südwestfalen und der Technischen Universität Dortmund an On- und Offline-Strategien für die südwestfälischen Innenstädte arbeiten. Die Projektidee resultiert auch aus den Erfahrungen des im März abgeschlossenen Kooperationsprojektes „Einzelhandelslabor Südwestfalen“.

„Wir möchten zusammen mit unseren Projektpartnern den Transformationsprozess in unseren Innenstädten unterstützen“, erläutert IHK-Projektkoordinator Ingo Borowicz die Beweggründe. „Insbesondere wird bei dem neuen Projekt ‚City Lab‘ der Kooperationsgedanke in den Innenstädten in den Fokus gerückt.“

Über 50 Personen besuchten am 13. Dezember die Kick-Off-Veranstaltung des City Labs Südwestfalen in den Räumen der IHK Arnsberg. Die Vertreter aus Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing diskutierten mit Mitarbeitern der Hochschulen und IHKs über den Erhalt lebendiger Innenstädte in Südwestfalen – im Zeitalter der Digitalisierung.

Nach der Vorstellung der einzelnen Projektbausteine des City Lab durch Hochschulen und IHKs erörterten die Teilnehmer in einem World-Café die Erwartungen und Herausforderungen an das Projekt und die beteiligten Partnerkommunen.

Das City Lab Südwestfalen verfolgt das Ziel, die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität für Einwohner/-innen, Besucher/-innen, Tourist/-innen und zuzugswillige Fachkräfte in den Innenstädten Südwestfalens zu steigern. Dabei steht vor allem die digitale und betriebswirtschaftliche Stärkung der innenstadtrelevanten Unternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie, Ladenhandwerk und Dienstleistungen im Mittelpunkt. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in zwei Phasen – zunächst mit Beteiligung vieler lokaler Akteur/-innen. Für die zweite Phase werden zwei Modellkommunen ausgewählt. Für diese sollen beispielhaft Konzepte erarbeitet werden, um innerstädtische Kooperationen zu stärken und die lokalen Unternehmen mithilfe digitaler Dienste attraktiver für die Kundschaft zu machen. Die Ergebnisse sollen dann auf andere Kommunen übertragen werden. Während des gesamten Projektverlaufs gibt es Qualifizierungsangebote, die sich an alle innenstadtrelevanten Interessengruppen richten.

„In einem ersten Schritt geht es um die Frage, was Innenstädte – insbesondere auch perspektivisch – attraktiv macht“, erläutert Professor Valerie Wulfhorst von der FH Südwestfalen. „Anschließend schauen wir uns die teilnehmenden Kommunen genauer an, ermitteln einen ‚Wunschzustand‘ und entwickeln gemeinsam mit den Akteuren vor Ort individuelle Handlungsempfehlungen.“

„Aufbauend auf diesen ersten Part werden konkrete Umsetzungsprojekte in zwei Modellkommunen entwickelt“, erklärt Professor Peter Weber von der FH Südwestfalen. „Hier werden wir als Competence Center E-Commerce sehr eng mit der TU Dortmund zusammenarbeiten. Unsere Qualifizierungsangebote aus dem Einzelhandelslabor setzen wir fort und werden sie innerhalb des Projektverlaufs immer konkreter an der jeweiligen Anwendung orientieren.“

Professor Richard Lackes vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Dortmund möchte zunächst ein Datenmodell für ein stadtweites Informationssystem sowie ein Warenwirtschaftssystem aufbauen. „Diese beiden Bausteine nutzen wir dann in den Projekten vor Ort, um lokale Daten nutzbar zu machen und kundenorientierte digitale Services aufzubauen.“

Abschließend wird es um die Integration der Modellprojekte in das Stadtmarketing und den Wissenstransfer in andere Kommunen gehen.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und einer Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Projekt startete offiziell am 1. Oktober.

Am 30. Oktober überreichte Regierungspräsident Hans-Josef Vogel offiziell den Förderbescheid über rund 1,044 Millionen Euro für das Projekt „City Lab Südwestfalen“ an die Fachhochschule Südwestfalen. Auch die Technische Universität Dortmund und die Industrie- und Handelskammer Arnsberg erhielten Förderbescheide über 280.831 beziehungsweise 249.892 Euro.

Bei der Übergabe des Förderbescheids an die FH Südwestfalen betonte Regierungspräsident Vogel: „Die Arbeit der Hochschule ist heute für eine erfolgreiche Regionalentwicklung unverzichtbar. Es findet hier ein wichtiger Wissenstransfer in die Region statt.“


Ingo Borowicz
Dipl.-Betriebsw. (FH)
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